07.05.2017 bis 01.10.2017

"ÜBERGANG" Bildliche Betrachtung zwischenstaatlicher Übergänge - Josef Schulz, Düsseldorf

Ausstellungseröffnung Sonntag, 7.5.2017, 11 Uhr
Der Künstler war anwesend
Grußwort: MdEP Ismail Ertug, Amberg
Grußwort: Landrat Richard Reisinger
Ausstellungsdauer: 8.5. bis 1.10.2017
Dienstag bis Sonntag jeweils 10 bis 17 Uhr geöffnet.


"Übergang" ist aus mehreren Gründen ein passender Titel für die Fotoserie von Josef Schulz. Einerseits wird damit an jene im Verschwinden begriffenen innereuropäischen Grenzen erinnert, deren Bedeutung und Wirkung der Fotograf in seinem umfangreichen Projekt nachspürt, andererseits impliziert das Wort auch Veränderung, die Thema der Arbeit und Kriterium für die Wahl der formalen Mittel ist. (aus "Nebelland", Kerstin Stremmel)

In der Vergangenheit hatten die nationalen Grenzen trennenden Charakter. Hier wurden politische, juristische, fiskalische und monetäre Systeme voneinander abgegrenzt, dort sprachlich kulturelle Unterschiede. Grenzen waren Markierungen, die nicht nur territorial gezogen wurden, sondern quer durch die Köpfe. Das Andere, Unverständliche, Irritierende hatte so einen räumlich abgesteckten, eigenen Ort.

Im heutigen Europa verlieren die Binnengrenzen ihre politisch und wirtschaftlich trennende Funktion. Da die Schlagbäume aber schneller verschwinden als die Barrieren im Kopf, bleiben die alten Grenzen im Bewußtsein. Die nach wie vor bestehende kulturelle Trennung muß nicht negativ empfunden werden, für viele aber ist die geographische Ausdehnung der EU in ihrer Größe kaum noch nachzuvollziehen. Die langfristigen Konsequenzen einer äußerlich-funktionellen Einheit, bei gleichzeitiger kulturell-ideeller Zerissenheit, sind noch nicht absehbar.