05.05.2019 bis 15.09.2019

"Lone Star" Christian Schnurer, München

Diplomatische Künstlerreise von Etsdorf nach Mariupol und zurück, Mai- September 2019
Ausstellungseröffnung: Sonntag 5. Mai 2019, 11 Uhr
Grußwort: Bgm. Alwin Märkl
Interessierte sind herzlich eingeladen.


Christian Schnurer startet das diplomatisches Kunstreiseprojekt „Lone Star“ am 5. Mai im TEMPEL MUSEUM in Etsdorf, mit der Absicht das Symbol der einzelnen Europasterns vom Zentrum an die Ränder Europas zu transferieren.
Etsdorf ist im geographische Zentrum Europas. Mit Blick auf die Europäische Fernstrasse Nürnberg-Prag plant hier der Konzeptkünstler Wilhelm Koch und der Architekt Peter Haimerl eine moderne Glyptothek. http://www.glyptothek-etsdorf.de

Christian Schnurer markiert den Bauplatz für dieser Glyptothek mit vier Fahnenmasten und beflaggt einen davon mit dem „Lone Star“ als permanente Installation. Der Künstler verwendet das Design von Carl Weidl Raymon als Multiple für Installationen im Öffentlichen Raum und als Irritation, die die Frage aufwirft: „Wer ist Europa?“ - ohne eine Antwort zu liefern.
Die Ausstellung im TEMPEL MUSEUM ist eine Preview in den zukünftigen Verlauf des Projekts.

Der entfernteste Punkt des diplomatischen Reiseprojekts wird das Erreichen der ukrainischen Stadt Mariupol sein, wo am 29. September 2019 im Zuge des Stadtgründungsfests der Lone Star am Asowschen Meer gehisst wird und dort permanent verbleibt.
Das Projekt in Mariupol ist Teil des deutsch-ukrainischen Kunst und Literatur Symposiums „Eine Brücke aus Papier“ und wird unterstützt vom Auswärtigen Amt und dem Goethe Institut.
www.paperbridge.de
Europa im Jahr 2019 ist geprägt von Separierung und Nationalisierung. Die Bindungskraft der Gemeinschaft schwindet. Individualinteressen einzelner nationaler Bewegungen demontieren ein Projekt, das Zentraleuropa befriedet hat. Das Frieden sichernde Konzept der Kooperation und Solidarität zwischen Nachbarn ist in Gefahr, fallengelassen zu werden. Parallel zur institutionellen Krise geht eine wachsende Zahl von pro Europäern, verteilt über den ganzen Kontinent, auf die Straße, um für den Zusammenhalt zu demonstrieren.
In dieser Situation erhält das Zeichen des individualisierten gelben Sterns auf blauem Grund eine ambivalente Bedeutung. Der fünfzackige Stern ist ein traditionelles politisches Zeichen, dem in dieser Farbigkeit die Radikalität verloren gegangen ist. Kann diese Transformation das Versprechen der internationalen Verständigung einlösen? Ist er ein Zeichen der maximalen Individualität und des Separatismus oder der unteilbaren Gemeinschaft und Solidarität? Welchen Bedeutungswandel erhält dieses Zeichen, wenn es aus der Europäischen Gemeinschaft, aber innerhalb Europas, exportiert wird? Wie wird das Symbol interpretiert, wenn es gehisst wird am Peer des Asowschen Meers? In Sichtweite des aktuellen Kriegs in der Ostukraine, der nicht zuletzt mit der Frage der Zugehörigkeit zur Europäischen Gemeinschaft verknüpft ist.