09.05.2020 bis 30.09.2020

"Säulenwanderung" Fotoarbeiten von Wolfram Kastner und Christian Lehsten

Vernissage und Festakt zum 10-jährigen Bestehen des Tempel Museums.
Samstag 9.5.2020 (Europatag!), 19 Uhr
Grußworte:
– Apostolos Malamoussis, Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats
Bischöflicher Beauftragter für die staatlichen Belange im Freistaat Bayern
– MdEP Ismail Ertug, Amberg
– MDL Dr. Harald Schwartz, Amberg
– Zweiter Landrat des Landkreis Amberg-Sulzbach
– Bgm. Alwin Märkl, Freudenberg
– Sandra Preitschaft, Wilhelm Koch - Tempel-Museum


W o l f r a m   K a s t n e r /  C h r i s t i a n   L e h s t e n

S ä u l e n W a n d e r n u n g

Die klassische Säule ist Inbegriff der abendländischen Kultur, architektonisches Symbol des "Erhabenen" und  des "Göttlichen", Sinnbild standhafter Schönheit und hoher Tragfähigkeit.

Säulen sind Zeichen des Triumphs, scheinbar himmlischer wie irdischer Macht, hoher Kunstfertigkeit und herrschaftlichen Reichtums.

Säulen tragen Giebel und Portale ebenso wie das Ansehen ihrer Bauherren hoch hinauf, nobilitieren sie und ihre Umgebung. Sie erheben sich mit ihnen und dem Auge des Betrachters über den banalen Alltag hinaus in höhere Sphären.

Säulen sind bis heute in der Architektur repräsentativer Gebäude ein zentrales Element. Adelspaläste und Parlamente, Museen, Opernhäuser, Kirchen und Villen wurden und werden mit Säulen gestützt und dekoriert - gleichermaßen in Monarchien, Diktaturen und demokratischen Gesellschaften. Säulen sind selten klein, zumeist haushoch und oft gigantisch.

In der Säulenwanderung erlösen wir eine Säule (in ungefähr menschlicher Größe) aus ihrer üblichen Funktion und nutzen sie als mobiles optisches Instrument. Es findet keine Seelenwanderung statt, aber die Wandersäule wird zum Gradmesser oder Vergleichsmaßstab, zum Prisma oder Kontrapunkt.

Sie trägt nichts, sondern wird getragen, sie kann stürzen und fällt schließlich der Länge nach hin – wie vor ihr andere Säulen nach dem Sturz ihrer mächtigen Herrn.